11.9.2001
"Es ist ein ernüchternder Gedanke, dass man zur Strafverfolgung eines Ladendiebs bessere Beweise braucht als dazu, einen Weltkrieg anzufangen."
Anthony Srivener, britischer Rechtsanwalt, im Oktober 2001
Wir schreiben das Jahr 2001. Die letzten weissen, vom Kapitalismus noch nicht beherrschten Flecken Erde sind verschwunden, der Kommunismus für immer auf der Müllhalde der Geschichte. Es ist der - gemäss Francis Fukuyama, stellvertretendem Planungschef im US-Aussenministerium unter Ronald Reagan - „endgültige Triumph der westlichen Idee über alle mit ihr konkurrierenden Ideologien". Würde es stimmen, was die Prediger des Kapitalismus uns 500 Jahre lang einzubläuen versuchten, dann müsste jetzt, nach dem Ende des letzten antikapitalistischen Widerstands, zehn Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, im Zeitalter des am weitesten jemals über alle Kontinente hinweg ausgedehnten und sich dabei gleichzeitig unaufhörlich beschleunigenden „Freien Marktes" der Anbruch des Paradieses nur noch eine Frage von ein paar Jahren sein. Das ist das Dilemma, in das sich der Kapitalismus selber verstrickt hat: Sollte dieses Paradies, das man so lange Zeit versprochen hatte, nun allen Erwartungen zum Trotz nicht Wirklichkeit werden, so kann der Kapitalismus nun, da er ja alleine die Welt beherrscht, nicht mehr etwas anderem die Schuld geben. Und weil er ja aufgrund seines Absolutheitsanspruchs auch unter gar keinen Umständen die Schuld bei sich selber sehen kann, bleibt ihm aufgrund seiner eigenen historischen Logik nichts anderes übrig, als einen neuen Schuldigen zu erfinden, ein neues Feindbild, ein neues Monster, ein neues Böses bzw. Teuflisches, dem gegenüber er sich als das Gute bzw. Göttliche definieren kann.
Der Kapitalismus braucht dringend ein neues Feindbild
Es müsste irgend etwas passieren, das die ganze Welt aufrütteln und die ganze riesige Wut und Verzweiflung immer grösserer Bevölkerungsschichten über die nicht erfüllten Versprechungen der kapitalistischen Heilslehre stoppen und in die entgegen gesetzte Richtung lenken würde. Irgend ein Grossereignis, das in den Medien eine so gewaltige, flächendeckende, globale Wirkung erzielen würde, dass man künftig auch für das Aussergewöhnlichste keine besondere Erklärung mehr abgeben müsste, sondern bloss immer auf dieses unvergessliche, für immer ins Gedächtnis der Menschheit eingebrannte Ereignis hinweisen könnte, um damit alles, was zuvor undenkbar gewesen wäre, rechtfertigen zu können. Es müsste so etwas sein wie der Stich einer Mücke in einen Elefanten, den man sodann in der Weltöffentlichkeit in der Weise darstellen würde, als wäre der Elefant die Mücke gewesen und die Mücke der Elefant. Ein Grossereignis zudem, das an einem ganz besonders symbolträchtigen Ort stattfinden müsste, an einem nahezu heiligen Ort, was die Tat selber geradezu zu einem Akt des Teuflischen gegen das Göttliche empor stilisieren würde.
Und es geschah wie ein Geschenk des Himmels
Dass genau ein solches Ereignis - exakt nach diesen Vorgaben - am 11. September 2001 dann auch tatsächlich eintritt, mag, je nachdem von welcher Seite aus man es betrachtet, ein Zufall sein oder ein Geschenk des Himmels, etwas über lange Zeit systematisch Geplantes oder ein Akt purer Verzweiflung, ein immenses, von eigener Hand vorbereitetes Täuschungsmanöver oder etwas von anderer Hand Inszeniertes, aber höchst Willkommenes und daher noch so gerne Zugelassenes. Wie dem auch sei: Tatsache ist, dass die Ereignisse des 11. September 2001 millimetergenau dem entsprechen, was das weltweite kapitalistische Machtsystem in diesem Augenblick seiner Geschichte braucht, um seine allmählich bedrohte Machtstellung neu zu festigen und zu legitimieren.
Der „erste Krieg des 21. Jahrhunderts" ist lanciert
Am Morgen des 11. September 2001 bringen 19 Terroristen vier Passagierflugzeuge auf US-Inlandsflügen in ihre Gewalt.1 Zwei dieser Flugzeuge mit 63 bzw. 92 Insassen rasen in die beiden Türme des World Trade Center in New York, die in Brand geraten und bald darauf einstürzen. Gleichzeitig schlägt das dritte Flugzeug mit 64 Menschen an Bord im Pentagon, dem Sitz des US-Verteidigungsministeriums nahe Washington, ein. Das vierte Flugzeug schliesslich stürzt im Anflug auf Washington südlich von Pittsburgh ab, vermutlich nach einem Kampf zwischen Passagieren und Entführern. Insgesamt kommen 3058 Menschen ums Leben. Noch am gleichen Tag erklärt Präsident George W. Bush in einer Fernsehansprache, bei der Verfolgung der Täter, bei denen es sich zweifellos um die islamistische Organisation Al-Qaida unter Führung von Osama Bin Laden handle, würden die USA keinen Unterschied machen zwischen den Terroristen selber und all jenen, welche diesen Unterschlupf gewährten. Am folgenden Tag beschliesst der UN-Sicherheitsrat auf Antrag der USA, terroristische Anschläge solchen Ausmasses seien künftig dem widerrechtlichen Angriff eines Staates gleichzustellen und gäben diesem daher das Recht auf angemessene „individuelle und kollektive Selbstverteidigung". Wieder einen Tag später - ohne dass die Umstände und Hintergründe der Ereignisse vom 11.9. auch nur annähernd aufgeklärt worden sind - kündigt Bush Vergeltung an und spricht vom „ersten Krieg des 21. Jahrhunderts". Am 14.9. genehmigt der US-Kongress ein Sonderbudget von 40 Milliarden US-Dollar zur Beseitigung der Schäden und für Massnahmen gegen die vermuteten Urheber der Anschläge. Bush ruft den nationalen Notstand aus und lässt 35 000 Reservisten mobilisieren. Am 15.9. verlangen die USA von Afghanistan ultimativ die Auslieferung Bin Ladens. Fünf Tage später ruft Bush alle Staaten der Welt zum „Kampf gegen den Terrorismus" auf. „Wer nicht auf unserer Seite steht", so Bush, „steht auf der Seite der Terroristen." Am 28. September beschliesst der UN-Sicherheitsrat eine weitere Antiterrorismus-Resolution, mit der alle Uno-Mitgliedstaaten verpflichtet werden, jegliche Form von finanzieller Unterstützung des Terrorismus zu unterlassen. Gleichzeitig kündigt Bush eine „neue Art des Krieges" an, der überall dort geführt werde, wo sich Terroristen versteckten. Am 2. Oktober ruft die NATO - zum ersten Mal in ihrer Geschichte - den Bündnisfall aus und fünf Tage später - nachdem sich das in Afghanistan herrschende Talibanregime geweigert hat, Osama Bin Laden ohne Vorlage von Beweisen für seine Verwicklung in die Terroranschläge vom 11.9. auszuliefern - beginnen die USA und Grossbritannien mit Luftangriffen auf Afghanistan. Ziel der Angriffe sind zunächst Flughäfen, Militäranlagen, Elektrizitätswerke, Öltanks und Trainingscamps terroristischer Gruppen. Ab dem 22. Oktober werden die Angriffe aber zunehmend auf die Frontstellungen der Taliban im Norden des Landes ausgeweitet, wo die Truppen der 1996 abgesetzten „Nordallianz" schon lange darauf warten, wieder an die Macht zu gelangen. Am 30. Oktober greifen erstmals US-Bodentruppen in die Kämpfe ein und innerhalb weniger Tage erfolgt sodann der Zusammenbruch des Taliban-Regimes. Bis Ende Januar 2002 gehen die Gefechte gegen die versprengten und im Grenzgebiet zu Afghanistan verschanzten Reste der Taliban-Einheiten weiter - insgesamt kommen dabei, vagen Schätzungen zufolge, rund 10‘000 Kämpfer der Taliban und der Al-Qaida ums Leben, immer wieder werden auch Zivilpersonen zu Opfern der Kämpfe. Osama bin Laden bleibt indessen unauffindbar. In der Folge wird durch die Uno eine aus verschiedenen Gruppierungen zusammengesetzte neue afghanische Koalitionsregierung installiert, welche unter der Schutzherrschaft der USA steht und in welcher die Taliban nicht mehr vertreten sind.
Acht Jahre später sind die „Ziele" des Afghanistankriegs immer noch nicht erreicht. Im Gegenteil, die schon tot geglaubten Taliban sind wieder stärker denn je, die westliche Militärmaschine hat sich einmal mehr in ein „Abenteuer" verstrickt, aus dem es je länger je weniger keinen Ausweg zu geben scheint, ausser um den Preis eines immensen Prestigeverlusts. Und täglich fordert ein weiterer Krieg, an den wir uns über die Jahre gewöhnt haben und der heute kaum mehr Schlagzeilen macht , seine zivilen Opfer...
„Dass man zur Strafverfolgung eines Ladendiebs bessere Beweise braucht als dazu, einen Weltkrieg anzufangen"
Wenn wir heute, acht Jahre später, auf den 11. September 2001 zurückblicken, dann stellen wir fest, dass wohl kein einziges anderes Ereignis seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine auch nur annähernd so grosse weltpolitische Bedeutung gehabt hat: Zwei Kriege, jener gegen Afghanistan 2001 und jener gegen den Irak 2003, beide nach wie vor in vollem Gange, stehen in direktem Zusammenhang zu den Terroranschlägen auf die WTC-Türme und sind sozusagen als „legitime" Vergeltung für das an den USA begangene Verbrechen vom 11. September 2001 begründet worden. Weitere Kriege - etwa gegen Iran - könnten durchaus schon in naher Zukunft Wirklichkeit werden. Bereits sprechen Historiker vom Beginn eines „Dritten Weltkriegs". Doch obwohl die Terroranschläge des 11. September 2001 dermassen weit reichende Folgen hatten, liegen die Hintergründe dieses Ereignisses bis heute auf nahezu unglaubliche Weise im Dunklen - so sehr, dass selbst jene kühnste Spekulation nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist, die US-Regierung - oder irgend eine andere mit der kapitalistischen Welteroberungsmaschine verknüpfte Machtgruppe - könnte, um für ihre nachfolgenden militärischen Pläne eine von der Weltöffentlichkeit akzeptierte Legitimation zu erlangen, dieses Ereignis selber inszeniert haben. Solche Spekulationen sind umso nahe liegender, als sich die US-Regierung unter Präsident George W. Bush bis zum Ende ihrer Amtszeit hartnäckigst dagegen verwahrt hat, die Hintergründe der Ereignisse vom 11.9. aufzudecken, während die gleiche US-Regierung doch unmittelbar nach dem Zusammenbruch der beiden WTC-Türme Al-Qaida und Osama Bin Laden als über alle Zweifel erhabene Hauptverantwortliche der Anschläge bezeichnete und bis auf den heutigen Tag - obwohl dafür nach wie vor keine stichhaltigen Beweise vorliegen - diese Behauptung nie auch nur ansatzweise relativiert oder gar in Frage gestellt wurde. „Es ist ein ernüchternder Gedanke", so der britische Rechtsanwalt Anthony Srivener in einem Kommentar zum Beginn des Afghanistankriegs, „dass man zur Strafverfolgung eines Ladendiebs bessere Beweise braucht als dazu, einen Weltkrieg anzufangen."
Fragen über Fragen
Fragen über Fragen, auf die es, obwohl sie tausende Male gestellt wurden, bis heute keine zufrieden stellenden Antworten gibt2: Weshalb verhielt sich US-Präsident Bush so ruhig und gefasst, als ihm - während er gerade eine Schulklasse in Sarasota besuchte - ins Ohr geflüstert wurde, soeben sei das zweite Flugzeug in den zweiten WTC-Tower gerast? Weshalb konnte er später behaupten, er hätte zu diesem Zeitpunkt bereits den ersten Flugzeugeinschlag in den ersten WTC-Tower live am Fernsehen gesehen, obwohl dieser nie am Fernsehen gezeigt worden war? Weshalb sass er, wenn er ja vom ersten Einschlag bereits wusste, zu diesem Zeitpunkt friedlich und als wäre nichts geschehen in einem Schulzimmer in Sarasota, statt sich augenblicklich mit den höchsten politischen und militärischen Stellen des Landes in Verbindung zu setzen und das weitere Vorgehen zu koordinieren? Woher und weshalb so schnell konnten die Fotos der 19 Entführer am Fernsehen gezeigt werden und wie glaubwürdig können diese Informationen gewesen sein in Anbetracht dessen, dass, wie sich wenige Tage später herausstellte, fünf der angeblichen Flugzeugentführer noch lebten und ein sechster bereits längere Zeit zuvor verstorben war? Ist die Indizienkette, dank welcher Mohammed Atta als Anführer des Terrorkommandos identifiziert wurde, nicht viel zu phantastisch, um glaubwürdig zu sein? Würde ein Attentäter, der sich mindestens über Monate, wenn nicht über Jahre minutiös auf diesen Tag X vorbereitet hatte, tatsächlich so dilettantisch sein, dass er seinen Führerschein, Flugunterlagen in arabischer Sprache und einen Koran in einem Mietwagen liegen lassen und erst noch eine Handtasche mit einem weiteren Anleitungsskript an der Gepäckaufgabestelle eines Flughafens deponieren würde, welche dann auch noch „zufälligerweise" vom Flughafenpersonal dort gefunden würde? Wäre es, wenn man davon ausginge, dass dieser Mohammed Atta bewusst eine Spur legen wollte, nicht einfacher gewesen, Al-Qaida hätte sich gleich von Anfang an direkt und hochoffiziell zu den Anschlägen bekannt? Und weshalb, wenn das so wäre, tat sie es nicht? Und weshalb konnten ausgerechnet sämtliche in den USA lebenden Verwandten Osama Bin Ladens, ohne befragt oder verhört worden zu sein, innerhalb weniger Tage nach den Anschlägen das Land unbehelligt verlassen, während ein paar Monate später tausende von Talibankämpfern im fernen Afghanistan für Monate oder gar Jahre in Hochsicherheitsgefängnisse wandern sollten, wo sie grausamsten Verhörmethoden und Folterungen unterworfen wurden, ohne dass es bis zum heutigen Tag auch nur zu einer einzigen rechtsgültigen Verurteilung gekommen ist? Und was ist mit jenem ominösen Videoband, das im afghanischen Wüstenstaub zufällig von einem US-Soldaten gefunden worden sein soll und auf dem sich Osama Bin Laden angeblich der Anschläge vom 11.9. rühmte - hätte der Al-Qaida-Chef nicht andere Mittel gehabt - zum Beispiel über den arabischen TV-Sender Al-Jazeera -, die Weltöffentlichkeit über seine Ideen in Kenntnis zu setzen? Was war mit jenen Dutzenden israelischer Spione, die kurz nach den Anschlägen verhaftet wurden? Weshalb gab es nie eine Untersuchung über die Hintergründe des exorbitanten Handelsvolumens von Verkaufsoptionen von American- und United-Airlines-Aktien wenige Tage vor den Anschlägen, welche darauf hindeuten, dass es in diesen Kreisen ein hieb- und stichfestes Insiderwissen gegeben haben muss? Welche Rolle spielte bei den Anschlägen vom 11.9. der pakistanische Geheimdienst ISI, weshalb erhielt Mohammed Atta im Juli 2001 vom ISI 100'000 Dollar, wie eng waren die Verbindungen zwischen dem ISI und dem CIA und was bezweckte die US-Regierung mit ihrer Zahlung von 43 Millionen Dollar an das Talibanregime im Mai 2001? Weshalb waren durch Präsident Bushs Intervention im Januar 2001 sämtliche zu jenem Zeitpunkt laufenden Ermittlungen gegen Osama Bin Laden eingestellt worden und wie eng waren die geschäftlichen und privaten Verflechtungen zwischen den beiden Familien Bush und Bin Laden, welche immerhin bis in die 60er Jahre zurückreichen? Was ist mit all den „schlafenden Zellen" Al-Qaidas, vor derem plötzlichen Erwachen die US-Regierung nach dem 11.9. monatelang fast täglich pausenlos warnte, und weshalb sprach plötzlich fast niemand mehr von Osama Bin Laden, als die US-Regierung Ende 2002 ihren nächsten grossen Bösewicht, Saddam Hussein, aus der Taufe gehoben hatte, ein weiterer jener „Teufel der USA", mit dem die Regierung der gleichen USA - ebenso wie mit Osama Bin Laden - nur wenige Jahre zuvor noch die besten und denkbar freundschaftlichsten Beziehungen gepflegt hatte?
Jeden Tag brennen 60 WTC-Türme nieder und niemand schaut hin
Doch ungeachtet all dieser bis heute noch nicht zufrieden stellend beantworteten Fragen: Der Plan scheint aufgegangen zu sein. Es scheint der kapitalistischen Weltmacht - angeführt von den USA, unter mehr oder wenig aktiver Beihilfe oder zumindest stillschweigender Duldung der übrigen Westmächte inklusive des ans kapitalistische Gängelband genommenen Russland - gelungen zu sein, das Rad der Geschichte noch einmal zurückzudrehen. In einer beispiellosen Verdrehung der Geschichte haben das „Gute" und das „Böse" wieder ihre „richtigen" Plätze eingenommen. Mit den tausendfach über die weltweiten Bildschirme über Monate und Jahre eingehämmerten Bildern zweier brennender Wolkenkratzer, in denen rund 3000 Menschen gestorben sind, wurde vergessen gemacht, dass jeden Tag hunderttausend Menschen weltweit ihr Leben verlieren, weil ihnen im Zuge der kapitalistischen Welteroberung die elementarsten Lebensgrundlagen vorenthalten oder geraubt wurden, damit in den reichen Ländern des Nordens für eine kleine Minderheit der Weltbevölkerung ein Reichtum aufgebaut werden konnte, den es in diesem Ausmass in der gesamten Geschichte der Menschheit noch nie gegeben hat. Jeden Tag brennen weltweit 60 WTC-Türme, in denen unzählige namenlose Kinder, Frauen, Jugendliche, Männer elendiglich ums Leben kommen, jeden Tag, vor, während und nach dem 11. September 2001 bis zum heutigen Tag, und doch sprechen alle, zumindest in den kapitalistischen Ländern des Nordens, von nichts anderem mehr als dem dringend lebensnotwendigen weltweiten „Kampf gegen den Terrorismus", als hänge einzig und allein daran das zukünftige Schicksal der gesamten Menschheit.
Die Rechnung scheint aufgegangen zu sein - zumindest auf den ersten Blick
In jeglicher Hinsicht scheint die Rechnung aufgegangen zu sein. Wie war das denn schon wieder gewesen, mit diesem Afghanistankrieg? War er nicht schon lange vor dem 11.9. geplant gewesen? Ging es dabei nicht in erster Linie um Geld, Öl und militärische Vormachtstellung? Hatten nicht Vertreter der US-Regierung bereits im Juli 2001 dem Talibanregime, welches den Bau einer von westlichen Firmen geplanten Ölpipeline quer durch Nordafghanistan blockierte, damit gedroht, das Land, wenn es sich nicht mit einem „Teppich aus Gold" zufrieden gäbe, mit einem „Teppich aus Bomben" zu überziehen? Nun, nach dem 11.9., war das alles kein Problem mehr. Für nichts brauchte es mehr eine andere Begründung als die zwei brennenden Türme des World Trade Centers in New York. Und kaum war das Talibanregime gestürzt, konnte auch schon mit dem Bau der Pipeline begonnen werden...
Die militärische Besetzung Afghanistans. Das planmässige, schrittweise, unaufhaltsame Vordringen der US-Militärmacht in Richtung Zentralasien. Milliardengewinne von US-Konzernen im Ölgeschäft und beim „Wiederaufbau" zuvor zerstörter Strassen, Brücken und Fabrikanlagen. Ein nunmehr stets mit dem „Kampf gegen den internationalen Terrorismus" begründeter explosionsartiger Wiederaufschwung der weltweiten Rüstungsindustrie. Nichts, was nicht haargenau in den Plan der kapitalistischen Welteroberung gepasst hätte. Die Frage ist nur: Für wie lange Zeit und mit was für einem möglichen Ende?
Peter Sutter, 1.4.2009
1 Ereignisse des 11.9.2001 und der folgenden Tage und Wochen: Fischer Weltalmanach 2003
2 Offene Fragen zum 11.9.2001: „Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.", Mathias Bröckers