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Von der PTT zu Post und Swisscom

 

Erinnern wir uns. Die gute alte PTT, hervorgegangen im Jahre 1920 aus der genialen Idee, die zuvor noch getrennten Dienste der Post, der Telefonie und der Telegrafie zu einem gemeinsamen staatlichen Unternehmen zusammenzufügen, in welchem sich betriebswirtschaftlich unterschiedlich starke Bereiche gegenseitig ergänzen und unterstützen unter dem obersten Ziel einer flächendeckenden Grundversorgung für die gesamte Bevölkerung: Über das dichteste Poststellennetz der Welt sind, bis in die abgelegensten Täler hinein, sämtliche Wohngebiete des Landes nahezu lückenlos miteinander verbunden. Briefe und Pakete werden innerhalb kürzester Fristen, zu günstigen Preisen und fast ausschliesslich per Eisenbahn kreuz und quer durchs Land befördert. Wo immer Reisestrecken an den Grenzpunkten der Eisenbahn enden, steht ein leuchtend gelbes Postauto bereit und bringt die Weiterfahrenden zu ihren Destinationen, pünktlich, zuverlässig, zu erschwinglichen Tarifen. Ebenso flächendeckend, tadellos funktionierend und kostengünstig das Telefonnetz - selbst kilometerweit von der nächsten Wohnsiedlung stehende Einzelhäuser sind, über ein lückenloses, mit immensem finanziellen und technischen Aufwand erstelltes Leitungsnetz, mit dem Gesamtsystem verbunden. Zehntausenden Menschen stehen im Unternehmen PTT sichere Arbeitsplätze mit vorbildlichen Sozialleistungen zur Verfügung; eine umfassende und qualitativ hochstehende Lehrlingsausbildung geniesst höchste Priorität. Sollten sich Wissenschaftler und Historiker späterer Zeiten mit Errungenschaften der Vergangenheit auseinandersetzen, so würden sie wohl über ein so ausgeklügeltes, engmaschiges und perfekt funktionierendes Kommunikations- und Transportsystem ähnlich staunen wie wir heutigen Menschen über das durch Eilboten und Stafettenläufer organisierte Nachrichtensystem der südamerikanischen Inka ums Jahr 1500.

Die systematische Zerschlagung eines durch und durch funktionierenden und erfolgreichen Dienstleistungsunternehmens

Nun, das alles ist - beinahe - Vergangenheit. Das einst sowohl wirtschaftlich wie auch sozial und gesellschaftlich - im Sinne einer flächendeckenden Grundversorgung - so erfolgreiche Unternehmen wurde per 1. Januar 1998 zerschlagen - aufgespaltet in seine „natürlichen" betriebswirtschaftlichen Teile - zum einen die Post als öffentlich-rechtliche Anstalt, zum anderen die Swisscom als Aktiengesellschaft mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes. Die Quersubventionierung von den ertragsreicheren (Telekommunikation) zu den ertragsärmeren Sparten (Postautonetz, Brief- und Pakettransport) wurde damit - wie wenn es sich dabei um einen kapitalistischen Sündenfall gehandelt hätte - unter dem Schlagwort „Kostenwahrheit" definitiv aufgehoben. An die Stelle der flächendeckenden Grundversorgung als höchstem Unternehmensziel traten Rentabilität und permanente materielle und finanzielle „Optimierung" und Effizienzsteigerung, um sich, wie es Post-Sprecherin Liselotte Spengler im April 20021 sagte, „fit zu trimmen" für einen zunehmend liberalisierten europäischen und globalen Markt grosser und immer grösser werdender Dienstleistungsunternehmen, von denen am Ende nur die Besten, Schnellsten und Grössten überleben würden.

„Nun werden sämtliche gewachsenen Strukturen innert zweier Jahre zerstört."

Die Bilanz, 10 Jahre später, ist durch und durch verheerend: Die Post, der „schwächere" Teil des früheren Einheitsbetriebs, dem nun die Mittel aus der früheren „Quersubventionierung" fehlen,  ringt je länger je verzweifelter um eine kostendeckende Erfüllung der verbliebenen, vom Staat vorgeschriebenen Grundaufgaben und sieht sich in allen anderen Segmenten, wo allenfalls noch etwas zu holen wäre - beispielsweise im Paket- und Expressdienst, bei Werbesendungen oder im Geldverkehr -, einer wachsenden Konkurrenz durch private oder ausländische Firmen ausgesetzt. Zudem hat die Post selbst in ihrem ureigenen Kerngeschäft, dem Brieftransport, ihr früheres Monopol aufgeben müssen, dieses beschränkt sich - seit dem 1. April 2006 - nur noch auf Briefe mit einem Gewicht bis zu 100 Gramm.2

Die Konsequenzen hätten sich von Anfang an mit tödlicher Sicherheit voraussagen lassen: zunehmender Druck auf die Angestellten, die zum einen Teil - etwa durch riesige, hochtechnologisierte Brief- und Paketsortierzentren oder durch Schliessung von Poststellen - wegrationalisiert und zum andern Teil - beispielsweise durch zunehmend engere Zeitvorgaben im Schalterdienst oder beim Austragen von Briefen und Paketen - laufend höheren Belastungen ausgesetzt werden; Anstellung einer wachsenden Zahl von Teilzeitangestellten und Aushilfen mit Tiefstlöhnen anstelle Festangestellter; Lohnkürzungen durch Neudefinition von Stellen in Folge von Umstrukturierungen, zum Beispiel durch Aufteilung der Briefzustellung in Sortierende und - schlechter bezahlte - Austragende oder durch Abstufung von Hauptpoststellenleitern zu Leitern von Zwergpoststellen oder Agenturen; Auslagerung einzelner Dienstleistungen - so etwa im Postautobetrieb oder im Expressdienst - an private Unternehmen, welche massiv tiefere Löhne zahlen; Verlagerung eines wachsenden Teils der Transporte - in Folge knallharter Kosten-Nutzen-Rechnung - von der Schiene auf die Strasse. Dabei ist der Umbau auch nach fast zehn Jahren „freier Post" noch längst nicht am Ende angelangt, im Gegenteil: Um den Anforderungen des immer stärker liberalisierten Postmarkts im europäischen Umfeld gewachsen zu sein, so argumentierte Postchef Ulrich Gygi in der SonntagsZeitung vom 2. April 20063, sei ein weiterer, kontinuierlicher Abbau von jährlich rund 1000 Stellen - von derzeit noch rund 39‘000 - unumgänglich. Und auch die Auslagerung von Arbeitsplätzen an laufend neu gebildete „Tochtergesellschaften" mit flexibleren - sprich schlechteren - Anstellungsbedingungen und mit bis zu um 12 Prozent tieferen Löhnen schreitet munter voran: Bereits sind rund 10‘000, rund ein Viertel der ehemaligen Post-Vollzeitstellen, auf diese Weise „freigesetzt" worden.4  

Kapitalistischer Musterknabe

Doch nicht nur das Personal bekommt den Post-Umbau bitter zu spüren. Auch die Kundschaft muss - trotz unaufhaltsam steigender Porti und Gebühren - mit einem kontinuierlichen Abbau früherer Leistungen und immer längeren Wartezeiten vor den „gesundgeschrumpften" Schaltern Vorlieb nehmen: So etwa wurde die Anzahl Poststellen zwischen 2001 und 2004 von 3390 auf 2616 reduziert5, eine weitere Reduktion erfolgte in den Jahren 2006 und 20076, wobei 2100 bisherige Poststellen zu „Zwergpoststellen" umfunktioniert wurden, was den zusätzlichen „Vorteil" mit sich brachte, dass bei 750 früheren Poststellenleitern der bisherige Lohn gekürzt, weitere 500 Stellen gestrichen und alles in allem ein zusätzlicher Spareffekt von jährlich 50 Millionen Franken erzielt werden konnte. Gleichzeitig wurden weitere 70 Poststellen in kleinen Dörfern geschlossen und durch Schalter in Dorfläden ersetzt, welche allerdings nur noch über ein stark reduziertes Dienstleistungsangebot verfügen. Zudem soll bis zum Jahr 2010 jeder zehnte Briefkasten aufgehoben werden.7

Wen wundert es da noch, dass ein solches Unternehmen äusserst Gewinn bringend arbeitet: Allein zwischen 2000 und 2004 konnten 1,269 Milliarden Franken Reingewinn angehäuft werden8, zwischen 2000 und 2005 nahm die Profitabilität um mehr als das Fünffache zu9 - getreu dem kapitalistischen Lehrbuch, aus einer laufend kleiner werdenden und härter arbeitenden Anzahl Beschäftigter einen stets wachsenden materiellen Mehrwert herauszupressen, was sich besonders drastisch im Geschäftsjahr 2004 zeigte, als ausgerechnet im Verlaufe der bis zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich erfolgreichsten Periode der neuen Post der Personalbestand um 1132 Vollzeitstellen - Spareffekt: 130 Millionen Franken - reduziert wurde.10 In Anbetracht der von Jahr zu Jahr wachsenden Konzerngewinne mutet es wie ein schlechter Witz an, wenn dann gelegentlich auch „grosszügigerweise" noch ein ganz klein wenig jener gedacht wird, die mit ihrer täglichen Schufterei diese Gewinne überhaupt erst möglich machen: So, beispielsweise, erhielten alle Mitarbeitenden und Aushilfen mit einem Beschäftigungsgrad von mehr als zehn Prozent Ende 2004 - nachdem der Reingewinn im Vergleich zum Vorjahr um 471 Millionen auf total 837 Millionen Franken - um 128,7 Prozent - gesteigert werden konnte - eine Einmalzahlung von 300 (!) Franken, um sie, wie die Konzernleitung mitteilte, „am Unternehmenserfolg zu beteiligen".11 Ein bisschen grosszügiger wird Postchef Ulrich Gygi am Erfolg seines Betriebs beteiligt: Sein Jahresgehalt beträgt 788‘000 Franken, dazu kommen mehrere Verwaltungsratshonorare, so dass sich am Ende die hübsche Gesamtsumme von 900‘000 Franken ergibt.12 Doch nicht nur in Bezug auf den satten Managerlohn, sondern auch in Bezug auf die wachsende Schere zwischen Höchst- und Tiefstlöhnen hat sich die Post mittlerweile zu einem makellosen kapitalistischen Betrieb entwickelt: Allein zwischen 2003 und 2004 nahm das Verhältnis zwischen den höchsten und den tiefsten Löhnen von 12:1 auf 17:1 zu13...

Buchstäblich tödliche Folgen...

„Die Post befindet sich im Wandel", ist im Geschäftsbericht 2006 der Post zu lesen, und weiter: „Um konkurrenzfähig auftreten zu können, muss sie sich den Regeln des Marktes anpassen."14 Den Regeln des Marktes, nicht den Regeln der Menschen: Im Dezember 200415 zündet sich im waadtländischen Le Sentier der Posthalter J.S. an - sein Sohn erklärt, die respektlose Art, wie die Post mit seinem Vater umgegangen sei, habe ihm schwer zu schaffen gemacht. Eine Woche später stürzt sich G.H., Posthalter im jurassischen Cornol, in einen Steinbruch16 - seine Frau berichtet, ihr Mann hätte sich immer öfters über den zunehmenden Arbeitsstress beklagt. Im September 2006 wirft sich der 50jährige H.N., Angestellter im Basler Briefzentrum, in den Rhein17, nachdem ihm mitgeteilt wurde, dass er im Rahmen von Rema, der Neuorganisation der Briefpostzentren - mit einem Abbau von 520 Stellen im Basler Briefpostzentrum - nicht mehr weiterbeschäftigt werden könnte. „Da ist", sagt ein langjähriger Arbeitskollege von H.N., „eine Welt für ihn zusammengebrochen." Und wieder ein Jahr später, am 1. September 2007,  stürzt sich der 56jährige F.W. vom Dach des Basler Zentralpostgebäudes in den Tod18 - ein Kollege von F.W. schreibt in einem Brief an die „Wochenzeitung": „Nun werden bei der Briefpost sämtliche gewachsenen Strukturen innert zweier Jahre zerstört." Dabei ist Rema19, die Neuorganisation der Briefpostverteilung, nur eines von 20 gegenwärtig laufenden Umstrukturierungsprojekten.

Wie diese Zerstörung konkret aussieht, erfahren wir beim Blick ins Briefpostzentrum von Zürich-Mülligen20, dem ersten von drei grossen, automatisierten Sortierzentren, die, zusammen mit sechs weiteren Sub-Centers, insgesamt über eine Milliarde Franken kosten, ab 2009 aber Einsparungen von jährlich 170 Millionen Franken bringen sollen. Eine normale Rotation im Zentrum Mülligen, so berichtet der Tages-Anzeiger vom 5. April 2008, umfasst fünf bis sechs Tage Früh-, eine Woche Spät- und eine Woche Nachtschicht. Während bei den Festangestellten allein Erziehende und Personen mit familiären Pflegeaufgaben Anspruch auf ihren Bedürfnissen angepasste Arbeitspläne haben, gilt dies für temporär Angestellte nicht, allein Erziehende haben die gleichen Rotationsschichten wie alle anderen. Dies bedeutet zum Beispiel, dass Angestellte nach Nachschichten von 22 bis 5 Uhr oft am gleichen Tag bereits um 13 Uhr zu einer weiteren siebenstündigen Schicht antreten müssen. Immer wieder komme es auch vor, dass Nachtschichten, die um 19.50 Uhr beginnen, am Morgen von 4 Uhr um eine Stunde bis um 5 Uhr verlängert würden, so dass dann für einzelne Angestellte der Morgenschicht gar keine Arbeit mehr vorhanden sei und sie gleich wieder nach Hause gehen könnten - für die Festangestellten bedeute dies Minusstunden, für die Temporären Lohnausfall. Der Tages-Anzeiger zitiert in seinem Bericht auch den Brief einer aus Mexiko stammenden Angestellten an die Betriebsleitung, in dem sich die Frau über die tiefen Löhne der Temporärangestellten, die unregelmässigen Dienstpläne und die hohe Arbeitsbelastung  in der Anlage von Mülligen beklagt. Unter anderem kritisiert sie, dass die vom Betrieb angebotenen Taxis auch für Angestellte, die ihre Arbeit bereits um 2 Uhr beenden, oft erst um 4 Uhr fahren würden. Zudem erwähnt sie, dass sie den Personalchef mehrmals auf die von ihr beanstandeten Punkte hingewiesen hätte, allerdings ohne Erfolg. Auf ihren Brief hätte die Frau allerdings nie eine Antwort bekommen. Als sie sich indessen, schon nicht mehr in Mülligen angestellt, beim gleichen Temporärbüro wie ehemals um eine neue Stelle bei der Post beworben hätte, sei ihr mitgeteilt worden: „Glauben Sie, die Post will Sie noch - nach dem, was Sie geschrieben haben?" Die Frau aus Mexiko ist nicht die Einzige, welche sich über die Zustände in Zentrum Mülligen öffentlich beklagt hat. „Die temporär Angestellten", schreibt auch M.F. am 29. März 2008 in einem Leserbrief des Tages-Anzeigers21, „arbeiten in einem ständigen, bewusst aufrechterhaltenen Klima von Angst und Ungewissheit. Sie geben tagtäglich ihr Bestes, rackern sich ab und wissen dabei nie, wie lange sie noch Arbeit haben. Die Sortiermaschinen geben den Takt über Pausen und Arbeitszeit an. Unter den Temporären gibt es sehr viele allein erziehende Mütter, die nicht selten drei Wochen am Stück durcharbeiten müssen. Nach 21 Jahren bei der Post habe ich nicht zuletzt aus diesen Gründen gekündigt. Aber auch als Festangestellter scheint man nichts mehr wert zu sein: An meinem letzten Arbeitstag hat es von meinen direkten Vorgesetzten niemand für nötig befunden, sich persönlich bei mir zu verabschieden."

All dessen ungeachtet schreien nicht nur Wirtschaftsverbände wie die Economiesuisse - die unter anderem die Umwandlung der Hälfte sämtlicher Poststellen in Agenturen fordert22 -, sondern auch der Bundesrat nach einer noch weiter gehenden Liberalisierung der Post: Auf Anfang 2011 soll das Briefmonopol auf 50 Gramm gesenkt und die Post in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, frühestens 2013 soll das Parlament über die volle Marktöffnung befinden und dann soll das Briefmonopol schliesslich gänzlich aufgehoben werden.23 Ganz so begeistert darüber ist allerdings selbst Postchef Ulrich Gygi nicht. Im November 2007 meinte er: „Bei einer vollen Marktöffnung kommen die Margen stark unter Druck. Dann gibt es einen Preiskrieg, der die Finanzierung der Grundversorgung gefährden kann."24

Auch die Telekommunikation im „Kriegszustand"

Nicht viel besser als der Post erging es dem „stärkeren" Teil der ehemaligen PTT, der heutigen Swisscom: Das einstige Monopol, die gute alte Festleitung, das „Fräulein" von Nummer 111, mit dem man, wie auch gelegentlich mit dem Briefträger oder der Postschalterbeamtin, den einen oder anderen Schwatz zu halten pflegte - all das ist einem gnadenlosen Wettrennen auf dem liberalisierten Feld gegenseitig wetteifernder Unternehmen geopfert worden, in dem es einzig und allein darum geht, um einen Sekundenbruchteil billiger, schneller, raffinierter und innovativer zu sein als die Konkurrenz, ein nie ruhender, im Gegenteil stets weiter sich verschärfender gegenseitiger Vernichtungs- und Überlebenskampf, den sogar der frühere Sunrise-Konzernchef Hans Ivanovitch anlässlich seines Rücktritts im Juni 1998 als „Kriegszustand" bezeichnete.25

Mit der Drahtlostelefonie, ihren multinationalen Akteuren und laufend neuen, sich fast über Nacht überbietenden Technologien ist dieser Konkurrenzkampf endgültig in eine Phase eingetreten, die geradezu beängstigende Formen angenommen hat: Mit allen Mitteln - das Mobiltelefon zum Nulltarif, Abos und Vergünstigungen aller Art, Billigtarife und Mengenrabatte - werben sich die Telekommunikationsgesellschaften auf der nunmehr freien Wildbahn offener Konkurrenz in einem Kampf bis aufs Blut und immer knallhart entlang gerade noch knappest kalkulierter Margen gegenseitig die Kunden ab; wenn man dann erst einmal im Netz der tausend Verlockungen gefangen ist - Tag-und-Nacht-Kommunikation zu jedem möglichen und unmöglichen Thema und an jeden beliebigen Punkt der Erde, Televoting für Wettbewerbe und Songcontests, Pizzabestellung, Geburtstagsgratulation, Kinoreservation, Datings und Musikstücke oder Filmchen herunterladen und vieles vieles mehr -, dann geht es gleich ziemlich rasch und ohne dass man viel davon merkt ans dicke Geld. Die Folge: zunehmende Verschuldung - insbesondere von Jugendlichen - durch das, was einmal als spontanes oder in Notsituationen durchaus hilfreiches Kommunikationsinstrument gedacht, mittlerweile aber immer mehr zum Suchtmittel geworden ist. Und während es bereits an allen Ecken und Enden piepst und dudelt und kräht, haben die führenden Unternehmen dieser explosionsartig boomenden Branche bereits Unsummen in neue Technologien - so etwa UMTS - investiert, die ihnen in zwei, drei oder fünf Jahren jenen Sekundenbruchteil an Vorsprung bringen sollen, der unerlässlich ist, um ihre Konkurrenten endgültig aus dem Feld zu schlagen. Investitionen, die irgendwann, früher oder später, von niemand anderem bezahlt werden müssen als von der Masse arbeitender Menschen, denen man jetzt schon mit allen nur erdenklichen Tricks und Täuschungen das Geld aus den Taschen zieht: So etwa hat sich das Übermitteln von SMS - mit Gewinnmargen von 1500 bis 2000 Prozent!26 - zu einem der für die Telekommunikationsunternehmen profitabelsten Geschäfte entwickelt. Überaus rentabel auch die in immer neuen Varianten erhältlichen „Klingelzeichen": Bereits werden auf diesem Markt weltweit jährlich sechs Milliarden Franken umgesetzt, allein in Deutschland wurden im Jahre 2004 Klingeltöne im Wert von 257 Millionen Euro heruntergeladen.27

„Mit Fieber, Migräne oder Bauchweh zur Arbeit, aus Angst, den Leistungsauftrag nicht zu erfüllen."

Wer aber daraus den Schluss zöge, von so saftigen Unternehmensgewinnen müssten früher oder später auch die Mitarbeitenden profitieren, wird schnell eines Besseren belehrt : Immer weniger Arbeitende müssen zu immer schlechteren Bedingungen eine immer grössere Leistung erbringen. Zwischen 1998 und 2005 baute Swisscom mehr als ein Drittel seines Personals ab, jährlich fallen, auch weiterhin, durchschnittlich 4,6 Prozent der Arbeitsplätze weg.28 Viele der verbleibenden Angestellten müssen eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen. So zum Beispiel liegen die Löhne heutiger Mitarbeiterinnen des Swisscom-Auskunftsdienstes gegenüber dem Lohn von 6000 bis 6500 Franken, den ehemalige PTT-Telefonistinnen verdienten, um 2000 Franken tiefer.29 Damit nicht genug: Trotz kürzerer Ausbildung und schlechterem Lohn müssen nun aber bis zu 120 statt wie bisher rund 60 Anfragen pro Stunde erledigt werden; mittels Leuchtanzeigen an den Wänden wissen die Angestellten, wie viele Kunden sich in der Warteschlaufe befinden, die entsprechende Weisung lautet, dass man einen Kunden höchstens 15 Sekunden lang warten lassen dürfe. Zudem erhalten die Mitarbeiterinnen infolge der automatisierten Beantwortungsschaltungen kaum mehr, wie früher, ein Dankesschön des Kunden. „Wie am Fliessband muss der Kunde so rasch wie möglich ans elektronische Sprechband abgegeben werden", beklagt sich eine Angestellte des Swisscom-Auskunftsdienstes in der Gewerkschaftszeitung „work" vom 20.2.2004, „viele meiner Arbeitskolleginnen kommen bereits mit Fieber, Migräne oder Bauchweh zur Arbeit, aus Angst, den Leistungsauftrag nicht zu erfüllen."

Zu alledem kommt - als weitere Folge des auf Teufel komm raus entfesselten Konkurrenzkampfs um die Gunst der Kunden - ein immenser Energie- und Ressourcenverbrauch sowie zusätzliche Umweltbelastungen: Nicht nur, dass jeder der am endlosen, immer schnelleren Rennen um die höchste Rendite beteiligte Konzern sein eigenes Netz an Antennen und Übertragungsmitteln aufbaut, zusätzlich muss die Leistung dieser Systeme laufend ausgebaut werden, weil ja jeder Konkurrent den anderen dazu zwingt, immer noch eine etwas umfangreichere und attraktivere Palette an Dienstleistungen anzubieten. Derweilen landen die blitzschnell und spottbillig gebauten, meist kaum reparierbaren und in immer schnellerem Rhythmus aus der Mode geratenden Festnetz- und Mobiltelefone millionenweise auf dem Müll.

60 Millionen Franken für ein neues Logo

Während bei den Angestellten gespart und den Konsumenten und Konsumentinnen möglichst viel aus der Tasche geholt wird, müssen Unsummen von Geld bloss dafür verschwendet werden, den potenziellen „Gegnern" auf dem Schlachtfeld von Marketing und Werbung jederzeit die Stirn zu bieten. So war Swisscom im März 2008 ein neuer Werbeauftritt - inklusive neues Logo - nicht weniger als 60 Millionen Franken wert!30 Man wagt sich gar nicht vorzustellen, wofür man so viel Geld sinnvollerweise auch noch hätte brauchen können, wenn das alleinige Ziel eines Kommunikationsunternehmens das wäre, was es eigentlich sein müsste, nämlich, ein möglichst flächendeckendes Kommunikationssystem zu möglichst günstigen Preisen sicherzustellen.

Doch davon sind wir offensichtlich bereits Lichtjahre entfernt. Dem kapitalistischen Unternehmen geht es nicht mehr primär um die tatsächlichen Bedürfnisse der Kundschaft, sondern darum, sich auf dem Feld einer immer härteren gegenseitigen Konkurrenz zu behaupten, und dies mit dem An-spruch, einmal erreichte Machtpositionen laufend weiter auszudehnen. Und so ist auch die Swisscom nach und nach zu einem Global Player geworden, so dass man fast den Eindruck gewinnen könnte, die ursprüngliche Aufgabe der Grundversorgung im Kommunikationsbereich werde mehr und mehr zur „lästigen" Nebensache: Nicht weniger als 21 ausländische Unternehmen bzw. Beteiligungen an Unternehmen hat die Swisscom bereits erworben, von der tschechischen Cesky Telekom über die deutsche Debitel bis zur ungarischen Antenna Hungaria, um nur die allergrössten Brocken zu nennen. 14 dieser Unternehmen bzw. Beteiligungen wurden allerdings mittlerweile wieder verkauft, die meisten mit zwei- bis dreistelligen Millionenverlusten, allein für mehrere Beteiligungen in Indien und Malaysia musste eine Milliarde Franken abgeschrieben werden, ein noch grösserer Verlust, nämlich 3,3 Milliarden Franken, resultierte aus dem Wiederverkauf von Debitel.31 Auch über der bisher grössten Übernahme, dem Erwerb einer 82-Prozent-Beteiligung an der Mailänder Breitbandfirma Fastweb für 6,9 Milliarden Franken im Mai 2007, haben sich bereits schwarze Wolken eines erneut riesigen Werteverlusts zusammengezogen: Infolge enttäuschender Geschäftszahlen im zweiten Halbjahr 2007 ist Fastweb heute an der Börse gut 3,5 Milliarden Franken weniger wert als zum Zeitpunkt, da die Swisscom ihre Mehrheitsbeteiligung erwarb.32 Aber offensichtlich ist dies der Preis, den ein Telekommunikationsunternehmen auf dem liberalisierten europäischen Markt heute zu bezahlen hat, wenn es nicht zum vornherein bloss ein bedeutungsloser Zwerg bleiben will, der Gefahr läuft, früher oder später von irgendeinem dahergelaufenen Riesen aufgeschluckt zu werden...

Frühere Quersubventionen jetzt in den Taschen der Reichen und Reichsten

Expansion nach aussen, „Gesundschrumpfung" im Inneren, wachsendes Lohngefälle zwischen Höchst- und Tiefstlöhnen, aufs Abstellgeleise abgeschobene Angestellte, jubelnde Aktionäre - wie könnte es auch anders sein:

894‘000 Franken verdiente im Jahre 2007 jedes Mitglied der Swisscom-Konzernleitung - 23 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Bei den Verwaltungsräten stiegen die Einkommen sogar um 26 Prozent und liegen nun bei durchschnittlich 238‘000 Franken. Und CEO Carsten Schloter durfte sich 2007 über ein Einkommen von nicht weniger als 1,7 Millionen Franken freuen - 14 Prozent mehr als im Vorjahr und 22 Prozent mehr als das, was sein Vorgänger Jens Alder 2002 bekam. Damit vergrösserte sich die Lohnschere zwischen dem Höchst- und dem Mindestlohn seit 2002 um 6 Prozent, diejenige zwischen der Entschädigung pro Verwaltungsrat und dem Mindestlohn gar um 10 Prozent.33 Zu den Gewinnern gehören auch die Swisscom-Aktionäre: Satte 19 Milliarden Franken Gewinnausschüttung landeten seit dem Börsengang von 1998 in ihren Taschen.34 Was im Klartext nichts anderes heisst, als dass genau jenes Geld, welches zu Zeiten der PTT von den ertragsstärkeren zu den ertragsschwächeren Unternehmensbereichen floss, heute in den Taschen der Reichen und Reichsten verschwindet, während Arbeitende, Kundinnen und Steuerzahler mit immer grösserem Aufwand bei gleichzeitig kleiner werdenden Gegenleistung die seit der Aufspaltung des Unternehmens aufgerissenen und seither immer grösser werdenden Löcher zu stopfen haben. Nachzulesen schwarz auf weiss zum Beispiel in einem von der „SonntagsZeitung" veröffentlichten internen Arbeitspapier der Swisscom vom Dezember 200235, in dem der für das folgende Jahr geplante Abbau von mehr als 1050 Stellen damit begründet wird, dass nur so die anlässlich des Börsengangs von 1998 in Aussicht gestellten Optionsgewinne für die Mitglieder des Managements und des Verwaltungsrates gesichert werden könnten.

Das Märchen vom Fortschritt durch Konkurrenz

Stellt man das Konkurrenzprinzip als Motor wirtschaftlicher Aktivitäten in Frage, wird einem stets entgegengehalten, dass es ohne Konkurrenz keinen Fortschritt gäbe: Nur weil jeder Produzent und Anbieter von Gütern und Dienstleistungen permanent der Konkurrenzierung durch andere Produzenten und Anbieter ausgesetzt sei, so wird argumentiert, erreichten die Qualität der angebotenen Produkte und die Fortschritte in Technik und Wissenschaft jenes Ausmass, von dem wir dann alle noch so gerne profitierten.

Schön, wenn es so wäre. In Tat und Wahrheit ist aber genau das Gegenteil der Fall. Ein dem Rentabilitätszwang im gegenseitigen Konkurrenzkampf unterworfenes Unternehmen ist ja vor allem gezwungen, im Personalsektor Einsparungen vorzunehmen - dies, weil sämtliche Konkurrenten dasselbe tun, bis an eine absolute Schmerzgrenze, welche schliesslich notgedrungen zu einem massiven Qualitätsabbau bei den der Kundschaft angebotenen Leistungen führen muss.

Und der technische Fortschritt? Wenn es stimmen würde, dass dieser erst durch die Einführung des Konkurrenzprinzips so richtig in Schwung gekommen sei, dann hätte sich das Schweizer Fernmelde- und Transportwesen, über hundert Jahre lang in der eisernen Hand von „Väterchen" Staat, wohl kaum so gewaltig entwickeln können, wie wir das heute, beim Gang durch ein Post- oder Telefonmuseum, mit Bewunderung und Staunen feststellen können. Innovation und technischer Fortschritt kommen eben nicht - und vor allem nicht mit guten Ergebnissen - bloss aus der Angst, der unsichtbare „Feind" könnte noch schneller etwas erfunden haben, was mir noch verborgen ist. Echte, tatsächlich dem Wohle der Menschen dienende Innovation kommt, im Gegenteil, viel eher aus dem Reich der geistigen Freiheit, der Ruhe, der Gelassenheit, des lustvollen Experimentierens und Ausprobierens von Neuem.

Nicht Fortschritt, sondern Wahnsinn durch Konkurrenz

So müsste man eigentlich - im Widerspruch zur oft gehörten „Konkurrenztheorie" - viel eher zum Schluss gelangen, dass echte, dem Gemeinwohl dienende Errungenschaften wie das schweizweit flächendeckende Telefonnetz und das jeden Punkt mit jedem anderen verbindende öffentliche Transportsystem ausgerechnet in einer Zeit der staatlichen Einheits- und Monopolbetriebe auf der Basis einer ausgeprägten gegenseitigen Solidarität entstehen konnten, während heute, im Zuge von Wettbewerbs- und Rentabilitätseuphorie, laufend neue Produkte auf den Markt geworfen werden, die höchstens dem einen oder anderen Produzenten oder Anbieter einen kurzfristigen materiellen Gewinn bescheren, zur allgemeinen Anhebung des Lebensstandards aber wenig oder gar nichts beitragen, sondern im Gegenteil ausgerechnet jene Grundversorgung für die breite Bevölkerung, auf welche unsere Vorfahren zu Recht so stolz waren, zunehmend in Frage stellen.

Sehen wir jetzt unsere Jugendlichen mit der neuesten Mobiltelefongeneration von Termin zu Termin hetzen - wer mit seinem Handy noch nicht filmen geschweige denn fotografieren kann, gehört da schon hoffnungslos zum alten Eisen - und werden uns jetzt neuerdings von vier oder fünf verschiedenen Telefilmunternehmen buchstäblich hunderte von Programmen zu jeder Tages- und Nachtzeit ins Haus geliefert und versuchen wir uns vorzustellen, wohin das alles in fünf, zehn oder zwanzig Jahren noch führen könnte, dann müsste man statt von Fortschritt durch Konkurrenz wohl viel eher von Wahnsinn durch Konkurrenz sprechen.

Ganz einfach „vom System verschluckt"

Dass sich die Qualität der angebotenen Dienstleistungen mit der Zunahme von Liberalisierung und gegenseitigem Konkurrenzkampf nicht verbessert, sondern eher verschlechtert, geht auch aus einem Artikel in der „Wochenzeitung" vom 19. Juli 2007 hervor. Der Autor berichtet über seine Erfahrungen mit der deutschen Telekom36, dem vor zwölf Jahren privatisierten, inzwischen bereits achtzehnmal umstrukturierten und um 120‘000 Stellen „gesundgeschrumpften" Nachfolgeunternehmen des früheren Telekom-Staatsbetriebs: „Die Dame des Kundendienstes, die ich wegen meines seit Monaten nicht mehr richtig funktionierenden Telefon- und Internetanschlusses anrufe, hat keine Ahnung, wo das Problem liegen könnte. Jemand hätte sich schon lange bei mir melden sollen, der Auftrag sei im Computer. Weitere Wochen verstreichen, nun funktionieren Telefon- und Internetanschlüsse überhaupt nicht mehr, meine Handyrechnung steigt ins Unermessliche." Beim nächsten Versuch des immer mehr Verzweifelten, sich beim Kundendienst Gehör zu verschaffen, „erklärt man mir, ich müsse mit der Störungsstelle reden. Dort aber werde ich regelmässig nach etwa zwanzig Minuten Wartezeit aus der Leitung geworfen." Nach weiteren vergeblichen Versuchen „stellt die fünfte Dame vom Kundendienst fest, dass es meine Kundennummer gar nicht mehr gibt. Meine Telefonnummer ebenfalls nicht mehr. Deshalb kann sie unter meinem Namen keine Daten abrufen. Sie würde gerne mit dem Vertrieb über dieses Problem sprechen, aber dort fliege sie immer aus der Warteschleife." Nun wird ein letzter Versuch unternommen: „Ich gehe in einen Telekom-Shop. Endlich ein Mensch aus Fleisch und Blut. Die Angestellte tippt auf ihrem Computer herum und teilt mir dann leicht vorwurfsvoll mit, mein Auftrag könne gar nicht bearbeitet werden, da er ‚im System hänge‘. Es komme eben manchmal vor, dass ein Auftrag ganz einfach vom System verschluckt werde. Bevor ich den Shop verlasse, notiere ich mir vorsichtshalber den Namen der Angestellten. Aber etwas sagt mir, dass sie nicht mehr da sein wird, wenn ich den Shop zum nächsten Mal betrete. Wahrscheinlich wird ihr Arbeitsplatz soeben auch vom System verschluckt. Oder der ganze Shop. Oder die ganze Abteilung." Eine vermutlich gar nicht allzu weit hergeholte Befürchtung, lief doch zeitgleich mit den in diesem Artikel beschriebenen Frustrationen eines Telekom-Kunden ein weiteres - das neunzehnte - Umbauprogramm des Unternehmens: 50‘000 Angestellte sollen in so genannte „Servicegesellschaften" ausgelagert werden, wo sie dann vier Stunden länger arbeiten und dafür neun Prozent weniger verdienen werden als bisher...

Peter Sutter/10.3.2009

Aktuelle Ergänzungen


1  Tages-Anzeiger 4.4.2002
2  Tages-Anzeiger 17.11.2005 & 20.12.2007
3  SonntagsZeitung, 2.4.2006
4  Tages-Anzeiger, 22.2.2006; work, 17.2.2006
5  Wochenzeitung, 23.9.2004
6 Tages-Anzeiger, 1.11.2006
7  Tages-Anzeiger, 28.12.2007
8  Wochenzeitung, 23.9.2004
9  Tages-Anzeiger 25.8.2005
10  Südostschweiz, 1.1.2005
11  NZZ 31.3.2005
12  Südostschweiz, 22.12.2007
13 Pressecommuniqué Travail Suisse, 6.4.2005, http://www.travailsuisse.ch/
14  Wochenzeitung, 27.9.2007 ; work, 17.11.2006
15 Wochenzeitung, 27.9.2007 ; work, 17.11.2006
16 Wochenzeitung, 27.9.2007 ; work, 17.11.2006
17 Wochenzeitung, 27.9.2007 ; work, 17.11.2006
18 Wochenzeitung, 27.9.2007 ; work, 17.11.2006
19  Cash, 3.3.2007
20  Tages-Anzeiger, 5.4.2008
21  Tages-Anzeiger, 29.3.2008
22  Tages-Anzeiger, 1.11.2006
23 Tages-Anzeiger, 22.9.2007
24 Tages-Anzeiger, 22.11.2007
25  Tages-Anzeiger, 6.6.1998
26  Tages-Anzeiger, 5.2.2004
27  Cash, 9.6.2005
28 Tages-Anzeiger, 11.11.2005 & 9.11.2006
29  Tages-Anzeiger, 4.4.1997; Wochenzeitung,  22.4.1999; work, 20.2.2004
30  Blick am Abend, 8.10.2008
31  Tages-Anzeiger, 16.5.2007
32  Tages-Anzeiger, 19.1.2008
33  www.travailsuisse.ch
34  www.swisscom.com
35  SonntagsZeitung, 19.1.2003
36  Jann Preuss in der „Wochenzeitung" vom 19.7.2007