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Kapitalismus in der Sackgasse

  

Der Kapitalismus in der Sackgasse: Auch ein Brainstorming am Wef 2010 (siehe Bild) hilft nicht mehr weiter, zu viele Fragen und immer noch keine Antwort.... (Quelle: Südostschweiz, 1.2.2010)

Die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise: Riesenkatastrophe und Riesenchance zugleich... 

Die gegenwärtig immer drastischere Ausmasse annehmende Weltwirtschaftskrise ist zwar auf den ersten Blick eine Riesenkatastrophe. Auf den zweiten Blick aber ist sie zugleich eine Riesenchance. Der - kapitalistische - Karren ist, kurz vor der letzten Etappe seiner Reise in den Abgrund, sozusagen wie durch ein Wunder noch einmal stehen geblieben. In diesem seltenen Augenblick der Weltgeschichte gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine besteht darin, den Karren mit allen - bisher schon verwendeten - Mitteln wieder in Fahrt zu bringen, so dass er sich - in der gleichen Richtung wie bisher - weiterbewegen kann. Eine Katastrophe ungeahnten Ausmasses wäre vorprogrammiert. Vielleicht die letzte Chance wäre vertan. Und wenn wir ein zweites Mal erwachten, wäre es wahrscheinlich zu spät.

Die andere Möglichkeit besteht darin, den Karren so gründlich umzubauen, dass er in der Lage ist, sich sodann in eine neue, andere Richtung zu bewegen, die nicht in einen Abgrund der Selbstzerstörung führt, sondern in ein gemeinsames Überleben der gesamten Menschheit in Frieden und Gerechtigkeit. Das mag utopisch klingen. Ist es auch. Doch gleichzeitig ist es durch und durch realistisch. Denn der Kapitalismus ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Niemand zwingt uns, ihn als unabänderliches Schicksal hinzunehmen. Der Kapitalismus ist, wie andere Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme im Laufe der Menschheitsgeschichte, von ganz bestimmten Menschen zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt und zu einem ganz bestimmten Zweck erfunden worden und kann daher jederzeit von ganz bestimmten Menschen zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt und zu einem ganz bestimmten Zweck auch wieder abgebaut und durch etwas von Grund auf anderes ersetzt werden. Die Frage ist einzig und allein, ob die Menschen dies wollen oder nicht...