Parkplätze Migros-Areal
April 2012: Referendum gegen den Beschluss des Buchser Gemeinderats für ein Provisorium von 110 Parkplätzen für 7 Jahre auf dem Areal nordwestlich der Migros
Der Buchser Gemeinderat will
auf dem momentan ungenutzten Areal nordwestlich der Migros für einen
Zeitraum von sieben Jahren mit einem Kostenaufwand von 600‘000 Franken 110
Parkplätze erstellen. Zu- und Wegfahrt sollen über die Schulhausstrasse
erfolgen, ausgerechnet durch eine soeben eingerichtete Tempo-30-Zone, mitten im
Gebiet der Schulwege zu einem Kindergarten, zur Musikschule, zu zwei Primar- und
einem Oberstufenschulhaus. Vom Mehrverkehr wäre aber nicht nur die
Schulhausstrasse betroffen, sondern vor allem auch die jetzt schon
überlastete Kreuzung beim Rathaus.
Der Gemeinderat begründet seinen Entscheid damit, dass wegen der gegenwärtigen Bautätigkeit im Zentrum insgesamt zu wenige Parkplätze vorhanden seien. Um dieses Argument zu überprüfen, haben wir am vergangenen Samstag, 31. März, zwischen 10 und 11.30 Uhr einen Augenschein vorgenommen. Das Resultat: Auf der im Stadtzentrum und in unmittelbarer Nähe davon angebotenen Parkfläche standen zu diesem Zeitpunkt über 600 Parkplätze leer, davon 125 in der Rondelle, 110 in den Parkhäusern zwischen Bahnhof- und Grünaustrasse und 70 im Migros-Parkhaus. Zudem waren rund 200 an Private vermietete Parkplätze, die hauptsächlich tagsüber und von Montag bis Freitag belegt sind, ebenfalls unbenützt.
Das Problem besteht offensichtlich nicht darin, dass insgesamt zu wenige Parkplätze vorhanden sind, sondern darin, dass die einfahrenden Autos nicht auf die jeweils am nächsten gelegenen Parkierungsmöglichkeiten gelenkt werden und somit ein sowohl für die Fahrzeuglenker wie auch für Passanten und Anwohner überaus lästiger Suchverkehr entsteht. Diesem Problem Abhilfe schaffen könnte ein Verkehrsleitsystem, wie es sich in anderen Städten schon längstens bewährt hat. Prüfen müsste man allenfalls auch, inwieweit privat vermietete Parkflächen, die während den Haupteinkaufszeiten frei stehen, effizienter genutzt werden könnten.
Wir können nicht verstehen, dass der Gemeinderat einen Entscheid mit so grossen finanziellen und verkehrspolitischen Auswirkungen gefällt hat, ohne zuvor eine Erhebung der aktuellen Parkplatzsituation vorzunehmen, und erst noch anlässlich einer Gemeinderatssitzung, an welcher dieses Geschäft nicht einmal auf die ordentliche Traktandenliste gesetzt worden war. Wer hatte hier wohl ein Interesse daran, so schnell und unvorbereitet einen so folgenschweren Entscheid durchzupauken?
Aus diesen Gründen haben wir gegen den Entscheid des Buchser Gemeinderats für die Erstellung von 110 Parkplätzen auf dem Migros-Areal das Referendum ergriffen. Damit sollen die dringend notwendige öffentliche Diskussion und ein demokratischer Entscheid der Gesamtbevölkerung zu diesem wichtigen Thema ermöglicht werden.
Das Referendumskomitee „Gegen 110 Parkplätze auf dem Migrosareal": Ernst Capiaghi, Peter Sutter, Ligia Zöhrer-Godinez
23. September 2012: Urnenabstimmung über die Parkplatzvorlage
Die Buchser Bevölkerung lehnt die Errichtung von 110 Parkplätzen auf dem Migros-Areal mit 1328 Nein zu 1304 Ja ab.