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Syrien - Februar 2012
Parkplatz-Referendum in Buchs - April 2012
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Aktuelle Zitate

Elmar Altvater, Ökonom und emeritierter Professor für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin, zur gegenwärtigen Krise des Kapitalismus (Wochenzeitung vom 11.8.2011):

Kann der Krisenwahnsinn so weitergehen? Natürlich nicht. Der Kapitalismus ist am Ende, und die gesamte Welt wird in den Schlamassel hineingezogen. Es ist ein ethischer Imperativ und eine politische Pflicht, dies zu verhindern.


Dick Marty, Ständerat und Vizepräsident der Weltorganisation gegen die Folter, zu den Folgen von 9/11 (Interview mit dem Tages-Anzeiger am 7.9.2011):

9/11 hat ein Klima geschaffen, in dem sich rechtspopulistische und nationalistische Bakterien boomartig entwickeln konnten... Die Antiminarettinitiative war auch so ein Kollateralschaden der Anschläge... Und es fand zum Beispiel auch Niederschlag in der Unverjährbarkeitsinitiative für Sexualdelikte. Dabei handelt es sich streng logisch betrachtet um eine äusserst dumme Bestimmung, weil sie den Täter eigentlich dazu animiert, seine Opfer zu töten. Denn Mord verjährt nach 30 Jahren, sexuelle Handlung hingegen nicht. Das zeigt, wie irrational man vorgeht.


Jugendpsychologe Allan Guggenbühl zu den Strassenkrawallen in Zürich (Tages-Anzeiger, 24.9.2011):

Gewalt wird heute viel zu rasch pathologisiert. Wir schliessen aus der Normalität aus, was wir nicht wahrhaben sollen. Psychologisch gesehen, stimmt das nicht: In der Gewalt überschreitet der normale Mensch Grenzen, erlebt Delirium und Rausch... In einer überalterten Gesellschaft kann sich der junge Mensch nur über Anpassung integrieren. Das ist schade, denn Integration könnte auch über Widerstand und Auseinandersetzung führen... Wie in guten Beziehungen findet man oft erst über den Streit zur Tiefe... Die Gefahr heute ist, dass wir die Jugend administrieren, Ausbildungen anbieten, die keine Auseinandersetzungen beinhalten. Die konfrontative Auseinandersetzung im Rahmen einer Beziehung kommt zu kurz... Jede Gesellschaft hat die Pole Aufbau und Zerstörung. Es wird nie alles nur auf dem aufbauenden Pol ablaufen... Die Erwachsenen lolonialisieren die Jugend und okkupieren ihre Verhaltensweisen... Die Jugend hat ein Recht darauf, nicht verstanden zu werden... Die Ausbildung ist heute auch eine Form der Kontrolle, sie hindert die Jugend, früh Positionen und Macht zu übernehmen. Im 18. Jahrhundert wurden viele Schiffe der britischen Meerflotte von Kapitänen zwischen 15 und 18 Jahren gesteuert... In vielen Berufszweigen leuchtet es nicht ein, warum es so lange dauert, bis ein Junger Verantwortung übernehmen kann... Die Secondos sind viel eher die Rettung als die Bedrohung der Schweiz! Schauen Sie doch den Drive und die Energie an, die viele Secondos heute haben. Weil sie noch nicht gänzlich integriert sind, bringen sie auch Neues, Experimentelles... Es kann sein, dass frustrierte Jugendliche sich gewalttätigen Szenen anschliessen und dort eine neue Heimat oder Orientierung finden...


Terry Eagleton, britischer Literaturwissenschaftler und Autor des Buches "Das Böse", zu 9/11 als "Inbegriff des Bösen" (Tages-Anzeiger, 6.5.2011): 

Der islamische Terrorismus wäre ohne Demütigungen nie entstanden. Insofern ist er nicht grundlos. Wer 9/11 zum Inbegriff des Bösen erklärt, scheint zu vergessen, dass die Vereinigten Staaten in den letzten 50 Jahren unvorstellbar mehr unschuldige Zivilisten getötet haben, als bei der New Yorker Tragödie umkamen. Und während wir hier reden, sind in dem verbrecherischen Krieg im Irak, zu dem diese Tragödie Anlass gab, möglicherweise mehrere Hundert Mal so viele Menschen abgeschlachtet worden."


WEF-Gründer Klaus Schwab zur gegenwärtigen Finanzkrise (Südostschweiz, 23.1.12):

Es ist Zeit, die Wirtschaft neu auszurichten. Nicht mehr die Anteilseigner dürfen alleine das Sagen haben, sondern alle, die ein Interesse am Wohlergehen der Gesellschaft verbindet. Aus globaler Sicht braucht es ein neues wirtschaftliches Modell.