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Kultur in Schieflage

November 2010: Werdenberger Kultur in Schieflage

Gemäss W&O vom 25.11.10 stand dem diesjährigen Kulturprogramm auf dem Schloss Werdenberg ein Budget von einer Million Franken zur Verfügung, 90 Prozent davon aus öffentlichen Subventionen. In dieser Summe sind nebst den Kosten für die Veranstaltungen auch die Löhne von drei Vollzeitstellen für einen Geschäftsleiter, eine Sekretärin und einen Hauswart enthalten. Höhepunkt der abgelaufenen Saison mit total rund 35 Anlässen war die „Fraktale Sommernacht" mit Ausgaben von rund 100‘000 Franken allein für Kost und Logis der beteiligten 60 Künstlerinnen und Künstler - zusammen mit den weiteren Kosten für Material, Technik, Werbung usw. dürfte allein dieser Anlass weit über 200‘000 Franken gekostet haben, und dies für eine Besucherzahl von gerade mal 300.

Zahlen, die einem schon etwas zu denken geben müssen, wenn man sie beispielsweise mit jenen des Werdenberger Kleintheaters fabriggli vergleicht. Hier finden jedes Jahr bis zu 100 Anlässe statt. Die Beiträge der öffentlichen Hand - Kanton und Gemeinden - belaufen sich auf jährlich 128‘000 Franken. Praktisch die gesamte Arbeit dieses weit über unsere Region und die Landesgrenze hinaus bekannten und beliebten Kulturzentrums wird seit über 30 Jahren grösstenteils ehrenamtlich geleistet.

Man rechne - und staune: Für rund drei mal weniger Anlässe erhält das Kulturprogramm auf dem Schloss Werdenberg jährlich rund sieben mal so viel öffentliche Gelder wie das fabriggli. Mit anderen Worten: Jeder Anlass im Schloss Werdenberg ist rund 20 mal (!) höher subventioniert als ein Anlass im fabriggli.

Ein reiches, vielfältiges kulturelles Angebot und die hierfür notwendige öffentliche Unterstützung liegen gewiss im Interesse unserer Region. Diese Mittel sollten aber so ausgestaltet sein, dass sämtliche kulturelle Institutionen möglichst mit gleich langen Spiessen arbeiten können. Von einem fairen „Wettbewerb" zwischen den verschiedenen Kulturanbietern kann unter diesen Umständen wohl kaum mehr die Rede sein.