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Das Zwei-Säulen-Modell

DAS ZWEI-SÄULEN-MODELL

KOMBINATION VON HOCHSPEZIALISIERTEM LEBEN UND NATURBEZOGENEM LEBEN

Von Christian Roth, Buchs SG, brockiwerdenberg@bluewin.ch

GRUNDIDEE

1. Dilemma: Naturbezogenes Leben- Hochspezialisiertes Leben

1. Beim einfachen Bauerntum fehlt dem Menschen etwas.
2. Beim hochspezialisierten Leben fehlt dem Menschen etwas.

2. Die Kombination beider Lebensarten (Zwei-Säulen-Modell)

1. Wir brauchen beide Lebensarten. Sowohl Bauerntum allein als auch hochspezialisiertes Leben allein führen ins Abseits. Die Kombination ergäbe eine sehr wirkungsvolle gegenseitige
Ergänzung.
2. Die Landwirtschaft wird aus der spezialisierten Wirtschaft ausgekoppelt und der gesamten Menschheit als gemeinsame Aufgabe übergeben.   

ALLGEMEINES

1. Keine neue Ideologie

1. Das Modell setzt sich aus Elementen zusammen, die schon vorhanden sind.
2. Das Modell basiert auf der freien Marktwirtschaft.

2. Kein Zurück

1. Die Kombination ist etwas Neues.
2. Das Moderne hat viel Gutes, auf das wir nicht verzichten können.   

BESCHREIBUNG DES MODELLS 

1. Zirka zwanzig Familien führen einen landwirtschaftlichen Betrieb

1. Die kindbetreuenden Elternteile befinden sich während des Tages auf dem Betrieb und führen ihn gemeinsam mit ihren Kindern.
2. Die spezialisiert arbeitenden Elternteile können ihre Freizeit auf dem Bauernhof verbringen.

2. Die kindbetreuenden Elternteile unterrichten die Kinder schulisch

1. Im landwirtschaftlichen Betrieb befindet sich ein Schulraum. 

VORTEILE IM EINZELNEN

1. Verbesserung der Schule 

1. Verbesserung des Lernens: Verbindung von Theorie und Praxis; kindgerechtes Lernen: mit den Sinnen, nicht nur theoretisch, aus dem eigenen Erfahrungsbereich; homogener Lernaufbau über 9 Jahre; Lernen macht Freude; Lernen, ohne dass man es merkt.
2. Verbesserung der Situation der Jugend: Jugend erhält wieder eine Bedeutung in der Gesellschaft; keine Einzelkinder; genügend Zeit für die Kinder und sinnvolle Beschäftigung.
3. Verbesserung des Schulsystems: Verbilligung (Lehrer sind die Eltern selbst); kein zentralistischer Apparat.

2. Soziales Lernen

1. Zusammenleben lernen.
2. Zusammenarbeiten lernen.
3. Entstehung einer Gesamtgemeinschaft.
4. Beziehungsfähigkeit erlernen: In Kontakt zur Natur Nehmen und Geben lernen.
5. Förderung der Emanzipation: Knaben und Mädchen lernen dasselbe.

3. Bezug zur Natur   

1. Natur lieben lernen.
2. Natur schützen lernen.
3. Nur in Kontakt zur Natur erlebt man die Tiefe des Lebens.

4. Verbesserung der Gesundheit

1. Mehr Bewegung in freier Natur. 
2. Weniger Allergien, da sich das Immunsystem entwickeln kann.
3. Weniger Haltungsschäden.
4. Biologische Ernährung von Anfang an.

5. Sanierung der Landwirtschaft

1. Keine Subventionen mehr. 
2. Keine industriellen Betriebe mehr.
3. Biologische Produktion.
4. Mehr Naturschutz.
5. Mehr Tierschutz.
6. Die Produktion biologischer Produkte mit möglichst geringer Umweltbelastung sowie Konkurrenzfähigkeit auf dem Markt ist eine grosse Herausforderung.

6. Aufwertung des Berufes der Kindererziehung

1. Keine Isolation mehr im eigenen Heim: erhält wieder eine Bedeutung in der Gesellschaft; Führung eines Wirtschaftbetriebes; Lehrerfunktion; Mitreden und Mitgestalten in Politik und Gesellschaft; Verbesserung der Gemeinschaft: eine gemeinsame verbindende Aufgabe erhalten.

7. Zweites Standbein der ganzen Gesellschaft

1. Dieses Modell kann beliebig viele Leute aufnehmen (durch Verkleinerung der Maschinierung): Arbeitslose, Freizeitsuchende, Sozialfälle, Rentner, Behinderte
2. Freizeitort für den spezialisiert arbeitenden Elternteil: mit Kindern sinnvoll zusammensein;
Ausgleich finden ohne konsumieren zu müssen.  

VORTEILE IM ALLGEMEINEN

1. Ausweg aus dem Immermehr

1. Der Mensch erhält eine Ausweichmöglichkeit, wo er seine körperliche, soziale und geistige
Befriedigung findet, ohne zu konsumieren, d.h. die Umwelt zu belasten.
2. Die Natur kann von allen genützt werden.
3. Verhinderung der Ausbeutung der Natur. Die Erste Säule wird zu Gunsten der Zweiten Säule heruntergefahren.

2. "Sanfte" Revolution

1. Das Modell braucht keinen Umsturz.
2. Keine Gewalt.
3. Keinen neuen Apparat.
4. Es wird mit dem gearbeitet, was schon da ist.
5. Nahtloser Übergang.
6. Eventuelle Veränderung ergibt sich von selbst.

3. Einheit von...

1. Sachlichem Lernen.
2. Sozialem Lernen.
3. Gemeinschaft.
4. Bezug zur Natur.
5. Gesundheit.
6. Lebensfreude.
7. Lebensinhalt.
8. Kreativität.

4. Grundlegende Ursachenbekämpfung

1. Das Modell setzt in vielen Punkten ganz unten an. Ganze "Wälder" von Problemen werden verschwinden.
2. Im Gegensatz zu heute: Zu jedem Problem wird eine Symptombehandlung erfunden. Wenn ein Problem behoben ist, tauchen zwei neue auf.

5. Stabile Gesellschaftsform

1. Kein immerwährender Wechsel zwischen Aufbau-Degeneration-Zerstörung, da der Bezug zu den Wurzeln immer gewahrt bleibt.
2. Versöhnung zwischen "Links" und "Rechts" (Spezialisierte Wirtschaft="rechtes" Denken, naturnahes Leben="linkes" Denken): Kein Entweder-oder, sondern Sowohl-als-auch.  

SCHULISCHE MÖGLICHKEITEN MIT DEM MODELL

1. Führen einer Holzwerkstatt

1. Unterhalt der Gebäude.
2. Werken in der Freizeit.

2. Führen einer Metallwerkstatt

1. Unterhalt der Maschinen.
2. Werken in der Freizeit.

3. Restaurantbetrieb

1. Für die Schüler.
2. Für die spezialisiert arbeitenden Elternteile.
3. Für andere.

4. Computervernetzung

1. Jeder Schüler hat einen Arbeitsplatz mit einem Computer.
2. Vernetzung des Betriebes mit all seinen Unterabteilungen.
3. Nationale und internationale Vernetzung mit andern landwirtschaftlichen Betrieben.

5. Jedes Kind kann ein eigenes Tier haben

1. Eine Beziehung zu einem Lebewesen erhalten.
2. Verantwortung dafür tragen.

6. Im Sommer auf die Alp ziehen

1. Ist ein sehr intensives Naturerlebnis.   

7. Sprachaufenthalt national und international

1. Durch Mitarbeit auf einem anderen Betrieb kann eine Fremdsprache am schnellsten erlernt werden.

8. Kinder können früh Geld verdienen

1. Lernen damit umzugehen.
2. Sich früh etwas leisten können.

9. Auf den Markt ziehen

1. Absetzung der biologischen Produkte.
2. Rechnen lernen.

10. Usw.

BEGINN DES EXPERIMENTS

1. Geeignete Leute finden

1. Leute müssen im Modell ein zukunftsgerichtetes, und erfolgversprechendes Projekt sehen.
2. Keine sektiererischen Ideen haben: religiöse Ideologien, ernährungsmässige Ideologien, erzieherische Ideologien
3. Etwas verstehen von freier Marktwirtschaft.
4. Etwas verstehen von Landwirtschaft.
5. Etwas verstehen vom heutigen Schulwesen.
6. Etwas verstehen von Zusammenarbeit (Zusammenarbeit ist der heikelste Punkt an diesem Modell)

2. Akzeptierung durch...

1. Im Projekt ein ernstzunehmendes, zukunftsgerichtetes Modell sehen.
2. Unterstützen, nicht blockieren.

3. Landwirtschaftlichen Betrieb finden

1. Der landwirtschaftliche Betrieb wird nur gepachtet. Die Besitzverhältnisse werden nicht angetastet.
2. Der Landwirt kann auf dem Hof wohnen bleiben.
3. Es wird ein Pachtzins bezahlt und der Landwirt erhält einen Lohn.

4. Internationales Experiment

1. Das Modell kommt erst richtig zum Tragen bei nationalem und internationalem Austausch.