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Gedichte

Titanic II

Noch immer
fahren die alten Riesendampfer
von gestern
nichts
hat die Menschheit gelernt
seit Titanic
oben sonnen sich die einen und
unten
schwitzen sich die anderen
zu Tode
es gehe doch immer noch
flott daran
sagen die Kapitäne
aber wenn du sie nach dem
Ziel fragst
dann zucken sie bloss
ihre Achseln
und während die
paar wenigen übriggebliebenen
Riesendampfer
unbeirrt gegen Westen fahren
ist das Holz für die Schiffe
der anderen
schon fast aufgebraucht
mit letzter Kraft
klammern sie sich an
ein paar morsche Bretter
oder rudern in
winzigen Schilfbooten
mit ihren letzten Lebenskräften
in Todesangst den
grossen Dampfern nach
um dort
ihre letzten paar Früchte abzuladen
gegen ein bisschen Geld
und niemand sieht die
Inseln
wo Zeit wäre anzuhalten
aufeinander zu warten
das Holz und die Früchte
wieder
gerecht zu verteilen an alle
neue Schiffe zu bauen mit Platz
für alle
auf den alten Landkarten
neue bessere Ziele zu suchen
nichts
hat die Menschheit gelernt
seit Titanic
oben assen die Erstklasspassagiere
unter kristallenen Leuchtern
aus Goldtellern
und von tief unten herauf
platzte atemlos und kohlenschwarz
keuchend einer herein und sagte
das Schiff sei leck und
gehe unter
aber die schüttelten bloss ihren Kopf
und sagten
so einer sei verrückt und
assen und tranken weiter.


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